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Singende Eckzähne setzen den Hund am Seehafen an

Singende Eckzähne setzen den Hund am Seehafen an

Innenstadt von Manhattan, spät am Morgen des Septembers: Der East River rast mit einem luftigen Schlag gegen hochmastige Schiffe, die in der Nähe von Pier 17 festgemacht sind. Malerische dreistöckige Gebäude drängen sich im Windschatten der gläsernen Türme des Finanzviertels. Eine Schar von Touristen schaut aus den Fenstern von Sharper Image - und jemandes Haustier arbeitet an seinem Ruhm und torkelt hartnäckig zu den Klängen von "Memories" in ein Mikrofon.

Die Ära der singenden Katzen am Broadway ist zwar vorbei, aber in der Hunde-Abteilung mangelt es nicht an Talent. 10 Finalisten (plus 1 Katze), die landesweit von rund 300 Haustieren ausgesucht wurden, messen sich beim vierten jährlichen Gesangstierwettbewerb, um zu zeigen, wer das ist Platzhirsch.

Vergessen Sie blaue Bänder und Goldmedaillen. Der Gewinner dieser Best-in-Show hat eine Chance auf eine echte Berühmtheit: eine Chance, in einer Anzeige zu erscheinen (denken Sie daran, was das für Morris the Cat getan hat) sowie eine Aufnahmesession und ein Jahr lang Flohpulver. Für die Tierhalter, die von Advantage, dem Unternehmen für Heimtierprodukte, das die Show als Vorteil für die Humane Society sponsert, verschämt als "Agenten" bezeichnet werden, gibt es sogar bares Geld, obwohl niemand genau sagt, wie viel es kostet.

Noch bevor der Wettbewerb beginnt, hatten diese Hunde ihren Tag: Sie haben die morgendlichen Nachrichtensendungen gemacht, den Hund für Bürgermeister Rudolph Giuliani angezogen und Hof mit Lady Sarah Ferguson gehalten. Sie sind Frühaufsteher, aber ihre Kommandoleistungen haben sie hundemüde gemacht. Trotzdem muss die Show weitergehen.

Der Dalmatiner Pongo ist Richter

Pongo, einer der 101 Dalmatiner, bewertet zusammen mit drei menschlichen Richtern das melodiöse Geheul, Weinen und Jodeln, aus dem Tierstimmen bestehen. Die Sicherung erfolgt durch Eigentümer, Instrumente oder in einigen Fällen durch CDs. Es gibt schwungvolle Pfeifen und Buchten von den kleineren Hunden und trauriges Heulen von den größeren mit seelenvollen Augen. Chappy, ein 8-jähriger ehemaliger Rennwindhund, heult Springsteens "I'm on Fire" wie ein guter Rentner zu. Greta, eine 6-jährige Boxerin, spielt mit "Memories" von Cats. Aber der arme Brandy, die Katze, verliert es, als sie zum Mikrofon kommt: Egal wie gut ihr Agent sie auffordert, sie gibt kein Geräusch von sich. Katze hat ihre Zunge.

Suzie, eine spunkige Boston-Terrierin eines bestimmten Alters, beginnt mit "O Sole Mio" und geht auf etwas Verdächtiges ein, das "Singing the Praises of Advantage", eine originelle Komposition. Wer kann sagen, wie sehr sich das auf die Abstimmung auswirkt, aber sie geht als Zweitplatzierte davon.

Und der Gewinner ist: Cecil, ein 7-jähriger Foxterrier, der mit seinem sonoren Besitzer Bill Hagemann auf "Mr. Moon" duettierte. Nachdem er die Hommage des Publikums angenommen hat, überfällt er die Filmteams und freut sich, das Rampenlicht auf sich wirken zu lassen. Cecil ist an Aufmerksamkeit gewöhnt, sagt Hagemann. Im wirklichen Leben ist er ein Therapiehund, der sich freiwillig für Pflegeheime und Krankenhäuser in San Francisco einsetzt. Laut Hagemann singt Cecil seit er ein Welpe ist und lässt sich los, wenn er den ermutigenden Befehl "Ja, singe" erhält.